WM

Mittwoch:

Sechs Mitglieder des SC Uni Basel beschlossen mehr oder weniger spontan, an die Badminton WM in Kopenhagen zu reisen.

Die ersten vier machten sich am Mittwoch morgen in aller Früh auf um per Luftweg am späten Morgen um 10:30, die Reise anzutreten. In Kopenhagen gelandet war es angenehm zu erfahren, dass den hiesigen Taxifahrern der Badmintonsport offensichtlich nicht gänzlich unbekannt scheint, so war nach einem kurzen Wortwechsel klar wo wir hin wollten.
Einer kurzen Angewöhnungszeit bedurfte es vom sonnigen Wetter draussen in die schummrige Rotlichtatmosphäre in der Halle mit gefühlten 45°C. Aber nach kurzer Akklimatisierung fühlten wir uns wie zu Hause, nicht zuletzt da wir mit Speisi, Günther, den Stoeva-Schwestern und unseren dänischen Freunden kaum fremde Gesichter um uns hatten.
Wir sahen uns die ersten spannenden Spiele an und waren positiv angetan, dass die Halle für einen Turnier-Mittwoch, doch schon stattlich gefüllt war. Natürlich verlagerte sich die Zuschauermenge und mit ihr die Stimmung immer hinter das Feld wo jeweils gerade einheimische um den Sieg kämpften.
Am Abend folgte dann eine orientierungslose Irrfahrt durch die Stadt Kopenhagen, mal mehr, mal weniger in Richtung Hostel. Nach aufspüren von Reisekollegin Sanya, einem kurzen Pizza-Imbiss und dem Gepäckverstau im Hostelzimmer machten wir uns auf das Nachtleben der dänischen Hauptstadt zu erkunden, wo für einen Mittwochabend doch ziemlich rege was los war.

Es berichtete eure Mo

 

Donnerstag

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Der Bericht zum Donnerstag von Jano:


Der Donnerstag war unser erster badmintonfreier Tag. So verbrachten wir auch die erste Hälfte davon mit Nichtstun. In der Sonne liegend, warteten wir vor dem Bahnhof erst auf die Neuankömmlinge und danach eine sich gefühlte Ewigkeit auf einen belgischen Spieler, mit dem wir den Tag verbringen wollten. Mit gemietetem Auto ging es  dann doch noch wie geplant in Richtung Helsingør in das kleine Dorf Hornbaek.  Dort waren wir  am Abend zum Essen eingeladen. Noch hatten wir aber etwas Zeit, die wir wiederum an der Sonne sitzend  oder liegend verbrachten. Dieses Mal am Strand. Einige trauten  sich sogar noch kurz ins kalte Wasser. Hungrig fuhren wir gegen Abend zur Familie die uns schon ein Jahr zuvor so gastfreundlichen  beherbergt hatte und genossen ein gutes Essen in angenehmer Atmosphäre.
Am Ende konnten wir es mit dem Badminton doch nicht ganz lassen. Vor dem Fernseher verfolgten wir alle zusammen das 1/8 Finale von Jan Ø. Jørgensen. Speziell für Marco war es sehr schwer mit anzusehen, wie dieser verletzt aufgeben musste.

 

Freitag 
Michi mit Camilla Martin

Freitag:


Mobilehome, Campingplatz, Ålsgarde: Dies war von Donnerstag auf Freitag unser Schlafplatz. Nach einer kurzen aber effizienten Putzaktion – da günstiger – begaben wir uns in unserem Reisebus auf den Weg nach Helsingør. Danke an den Fahrer Michi! :-) In Helsingør schlenderten wir ein wenig durch die Strassen und besuchten einige Einkaufsläden. Der weibliche Teil hielt es doch etwas länger aus, währendem die Herren etwas früher ein Restaurant aufsuchten. Nach einer kleinen Stärkung war das nächste Reiseziel das Zuhause von Charlotte und Kasper in Espergærde. Da die beiden am darauffolgenden Tag heirateten, hatten sie dementsprechend viel zu erledigen. An dieser Stelle wünschen wir den beiden nochmals alles Gute für die gemeinsame Zukunft. Anschliessend führte uns unser Roadtrip zurück nach Kopenhagen. Nachdem wir Mo an den Bahnhof brachten – sie musste zurückreisen – gaben wir den Reisebus ab. Am Abend stand die zweite Hälfte der Viertelfinalspiele auf dem Programm. Gleich drei dänische Beteiligungen: Victor Axelsen, Boe/Mogensen und Pedersen/Fischer Nielsen gewannen ihre Spiele. Für Begeisterung sorgte auch Carolina Marin. Wohin ihr Weg noch führte, wissen wir ja alle. Den Abend liessen wir in den Strassen von Kopenhagen ausklingen.

Es berichtete Marion

 

 Samstag1

SAmstag2

Samstag – Ein detaillierter Bericht von Marco:


Nach einem nächtlichen Spaziergang durch Kopenhagens Strassen liessen wir den Tag gemütlich angehen. Um 12 Uhr machten wir uns auf die Suche nach einem Restaurant um Mittag essen zu können. Nicht weit von unserer Unterkunft wurden wir fündig, ein kleines aber feines italienisches Restaurant. Nach dem Mittagessen schlenderten wir bei bewölktem Himmel in Richtung Kanal. Die Zeit vergessen und nicht wissend, wo die nächste Metrostation ist, liefen wir länger und länger bis wir endlich am Hauptbahnhof ankamen. Von dort aus wollten wir die Metro zur Balleruparena nehmen. Aus einem uns heute noch unbekannten Grund fielen sämtliche Metros zur Arena aus. Nach kurzem hin und her beschlossen wir ein Taxi zu nehmen, da wir ansonsten das erste Spiel verpasst hätten.
In der Arena angekommen (pünktlich auf die Minute), durften wir uns auf tolle Spiele freuen.
Wie schon am Freitag hatten wir Glück mit dem Ticket der Evening-Session. Das erste Spiel war der erste Höhepunkt, Chen Long, die neue Nummer eins im chinesischen Team nach dem „Rücktritt“ von Lin Dan, mühte sich gegen die aktuelle Nummer 1 aus Indonesien ab. Nach einer Stunde und elf Minuten stand der Chinese als Finalgegner für Lee Chong Wei fest.
Nach dem ersten Höhepunkt folgte der Zweite. Die erst 20 Jahre alte Spanierin Carolina Marin durfte sich gegen die gleichaltrige Inderin P. V. Sindhu behaupten. Das letzte Spiel der Beiden ging in 2 Sätzen an Carolina. Aber kann sich die junge Europäerin behaupten und ins Finale einziehen? Ja sie kann! Nach einem harzigen Start fanden beide immer besser ins Spiel. Carolina zeigte ihr unglaubliches Talent in den wichtigen Momenten und entschied die Partie souverän für sich.
Stimmung kam auf, Dänen kommen aufs Feld. Das Doppel Kasten Mogensen und Mathias Boe spielte gegen die Paarung Lee Yong Dae und Yoo Yeong Seong aus Korea. Die Koreaner packten ihr Bestes Badminton aus und gewannen den ersten Satz klar. Auch im zweiten Satz starteten die Koreaner stark und ein Sieg in zwei Sätzen schien Formsache. Beim Stand von 20:14 lief aber plötzlich alles für die Dänen ,die sich wie beflügelt von der Unterstützung des Heimpublikums bis auf20:18 an die Koreaner herankämpften. Leider blieb es bei den 18 Punkten und die Koreaner zogen souverän ins Finale ein.
China dominierte die Mixed Konkurrenz, aus vier Halbfinalisten stellten sie gleich drei Paarungen.
So kam es, dass es ein chinesisches Halbfinale gab. Für viele Zuschauer, wie auch für uns, war das Spiel eine willkommene Verpflegungspause. Trotz qualitativ hochstehenden Ballwechseln kam nie Spannung auf und so gewannen die amtierenden Olympiasieger souverän in zwei Sätzen.
Das zweite Mixed Halbfinale, das letzte Spiel des Tages stand auf dem Plan.
Die dänische Paarung Christina Petersen und Joachim Fischer Nielsen gegen die chinesische Nummer zwei, Jin Ma und Chen Xu. 
Chen Xu bekannt als launischer Spieler hatte einen sehr guten Tag. Die Chinesen erdrückten die Dänen regelrecht mit ihrer Präsenz. Jin Ma spielte eine Klasse besser am Netz als Christina Petersen, die ihr Können, trotz der Unterstützung des Heimpublikums, nicht unter Beweis stellen konnte.
Somit standen die Sieger nach 43 Minuten mit 21:15 21:9 fest.
Ein herrliches Badmintonerlebnis ging für uns zu Ende. Viele tolle Spiele und eine super Atmosphäre zeichneten das Turnier aus.
 In der Unterkunft angekommen, müde von den Vortagen und dem körperlich und geistig anstrengenden Anfeuern, machten wir uns allem zum Trotz nochmal fertig für das Nachtleben. Der Plan fiel jedoch wortwörtlich ins Wasser. Es hörte nicht auf zu regnen und nach ein Paar Billiardpartien gingen wir noch kurz in eine Bar und anschliessend in unsere Betten.

Sonntag1 
Badminton schauen in der Hostel-Lobby

Sonntag
Nyhavn

 

Sonntagsbericht von Michi:


Nun ist es also bereits Sonntag. Wir versuchen auszuschlafen in unseren engen Hostelbetten. Man hört noch immer den strömenden Regen auf die Strasse und überall sonstwohin prasseln. Marion hat sich anscheinend schon aus dem Bett. Einen Kaffe ist sie auch bereits trinken gegangen. Als Marco, Jano und ich uns aus endlich aufraffen, ist es langsam Zeit zum Mittagessen. Also machen wir uns auf die Suche nach einer Lunchgelegenheit, jetzt, da es gerade nicht regnet!  Auf der Suche nach einem Geldautomaten hielten die Schleusentore jedoch nicht mehr dicht und es war eine Sache von Sekunden, bis wir trotz Regenjacken und Schirmen ziemlich nass waren. So gehen wir schliesslich bei einem Italiener etwas leckeres essen und begeben uns wieder zurück in die gemütliche Hostellobby, wo wir die Finalspiele im TV schauen.
Besonders bei den beiden Einzelpartien fiebern wir mit. Zuerst mit Carolina Marin. Wir liegen alle ziemlich falsch mit unseren Einschätzungen, denken, dass sie womöglich den ersten Satz vielleicht gewinnen könnte, danach aber von der amtierenden Olymipasiegerin ausgespielt würde. Aber diese Kämpferin ist unglaublich und dominerte die Chinesin bisweilen fast, sackstark. Fürs Herreneinzel sind die Sympathien verteilt, endlich den Titel für Lee Chong Wei oder für den sensationell spielenden Chen Long? Wir sind fasziniert von den sensationellen Ballwechseln. Marion musste nun gehen und wir brechen noch zu einem Spaziergang durch Kopenhagen auf. Dem Regen zum Trotz- wir mussten uns doch zumindest ein wenig bewegen. Wir gehen in Richtung Festung, die inmitten eines schönen Parks liegt, und dem Hafen entlang in Richtung des Viertels Nyhavn, ein idylliesches Quartier nahe am Wasser mit schönen alten Booten und Bars. Wir verköstigen uns und begeben uns wieder in die Hotellobby, wo wir den Billardtisch für uns erobern und noch einen gemütlichen letzten Abend in Kopenhagen verbringen.